Arezzo

Arezzo ist eine sehr alte Stadt, die Geburtsort vieler berühmter Schriftsteller, Historiker und Dichter ist: Pietro Aretino, der bedeutende Poet, ist hier geboren, ebenso wie der herausragende Architekt Giorgio Vasari oder auch Francesco Petrarca, der „Erfinder“ der italienischen Sprache, sowie der weltberühmte Maler Piero della Francesca.

Wieder zum Leben erweckt wird die prunkvolle Geschichte der Stadt zweimal im Jahr mit dem spektakulären Ritterturnier „Giostra del Saracino“, das im Juni und im September auf der mittelalterlichen Piazza Grande stattfindet.

Von besonderem Interesse ist freilich auch die Antiquitätenmesse, die jeden ersten Sonntag im Monat stattfindet und Kunst- und Geschichtsbegeisterte aus ganz Italien anzieht.

Absolut empfehlenswert ist darüber hinaus die exzellente aretinische Küche, die in zahlreichen Restaurants in den Gassen der Stadt angeboten wird: Tagliata (gebratene Fleischstückchen) vom Chianina-Rind mit einer Soße aus Sardellen und Kapern, typische Suppen, frittierter Sellerie und viele andere Spezialitäten.

Es würde uns freuen, wenn Sie während Ihres Aufenthalts in Arezzo die Gelegenheit finden würden, den einzigartigen „Geschmack“ dieser herrlichen Stadt zu erleben.

Kurze Geschichte der Stadt Arezzo

Arezzo ist eine sehr alte Stadt, in deren Umgebung sogar archäologische Funde aus der Zeit des Homo Sapiens Sapiens, der vor ungefähr 50.000 Jahren lebte, gemacht wurden. Der älteste menschliche Schädel, der bisher in Italien gefunden wurde, kam im Jahre 1863 bei Ausgrabungsarbeiten für einen Eisenbahntunnel ans Tageslicht, als Arezzo an die Strecke Florenz – Rom angeschlossen wurde. Die Gründung der Stadt freilich reicht bis ins 2. Jahrtausend vor Christus zurück, als sich in den Hügeln um Arezzo Angehörige der sog. Villanova-Kultur niederließen.

Handelte es sich in dieser „vorgeschichtlichen“ Zeit vor allem um Dörfer mit Pfahlbauten, so entwickelten sich diese Ansiedlungen mit Fischer- und Jagdhütten unter den Etruskern, über deren Herkunft verschiedene Theorien existieren (Einwanderungstheorie und autochthone Theorie), bereits im 5. Jahrhundert vor Christus zu einer der wichtigsten etruskischen Städte, wie uns römische Quellen wissen lassen. Zu den wichtigsten Funden aus dieser Zeit gehören zweifelsohne die „Gruppo bronzeo dell’aratore“ sowie die „Chimera von Arezzo“, die im Jahre 1553 bei der Fundamentlegung der Stadtmauer gefunden wurde. Die „Chimera“ stellt ein verletztes Tiere da, mit aufgerissenem Maul und struppiger Mähne, auf dessen rechter Pfote sich etruskische Schriftzeichen befinden, die auf den Gott Tin hinzuweisen scheinen, den Gott des Tages. Beide Fundstücke stammen aus der Zeit um 500 v. Chr.

In den Jahren 300 bis 280 v. Chr. unterstützt Arezzo Rom im Kampf gegen die Gallier, deren erster großer Einfall im Jahre 290 v. Chr. stattfand, und liefert Weizen und Waffen.

Bei der Schlacht am Trasimenischen See im Jahre 217 v. Chr. unterstützte Arezzo Rom in logistischer Hinsicht. Hannibal gelang es nicht, die Stadt zu zerstören. Entrichtete die Stadt im Jahre 205 v. Chr. an Publius Cornelius Scipio Africanus einen beträchtlichen Tribut in Form von 50.000 Waffen und geschmiedeten bäuerlichen Geräten, so zeigt dies, dass Arezzo bereits in frühen Zeiten zu einem wichtigen Zentrum der Metallverarbeitung geworden war.

Im Jahre 81 v. Chr. bezahlte Arezzo das Feldlager von Marius, der den Bürgerkrieg gegen Sulla verlieren sollte, und musste daraufhin die Zerstörung seiner etruskischen Tempel und die Vergabe von Land an adelige Veteranen Sullas hinnehmen.

In der Folgezeit vermischt sich die Geschichte der Stadt immer mehr mit derjenigen Roms. Gaius Maecenas ist wohl zusammen mit Titus Pomponius Atticus, einem Freund Ciceros, und der Dichterin Sulpicia (die Ältere) der berühmteste „römische“ Aretiner.

Der christliche Glaube fasste in Arezzo früh Fuß und man weiß von verschiedenen Beichtvätern und Märtyrern. Nach dem Erlass des Mailänder Toleranzedikts (zwei-Kaiser-Edikt) durch Kaiser Konstantin im Jahre 313 wird in Arezzo mit Satiro der erste offizielle Bischof eingesetzt.

San Donato, der zweite Bischof der Stadt und Schutzpatron der Diözese, wurde am 7. August 362 während der Verfolgung von Giuliano l’Apostata enthauptet. Diesem Heiligen werden vielerlei Wunder zugeschrieben, unter denen das „Kelchwunder“ wohl das berühmteste ist: Während der heiligen Messe waren einige Heiden mit Gewalt in die Kirche eingedrungen und hatten den Glaskelch in Scherben zerschlagen. San Donato soll daraufhin die Scherben aufgesammelt und zusammengesetzt und dann, obwohl ein Stück fehlte, Wein eingegossen haben, ohne einen Tropfen zu vergießen.

Der christliche Glaube überdauerte schließlich den Untergang des Römischen Reiches und wurde von zahlreichen Invasoren als neue Religion angenommen.

Gleichwohl Arezzo Ende des sechsten, Anfang des siebten Jahrhunderts von den Langobarden eingenommen wurde, gelang es der Stadt, die Fremden sowohl in religiöser als auch in kultureller Hinsicht zu integrieren, so dass der Kommune in dieser Zeit zahlreiche Privilegien und Schenkungen zuteil wurden.

Im Jahre 991 wird Guido von Arezzo geboren, der als Erfinder der Notenschrift gilt.

Während außerhalb der Stadt der Adel wütete, entstand in Arezzo das erste Rathaus und im Jahre 1098 wählte die Kommune von Arezzo ihre ersten Konsuln, denen 40 „boni homines“ (gute Menschen) zur Seite gestellt wurden, zehn aus jedem Viertel. In Florenz sollte diese Art der Verwaltung erst 30 Jahre später beginnen. Und in den folgenden Jahren entwickelte sich Arezzo zu einer mächtigen Stadt mit einer gut verwalteten Gesellschaft mit zahlreichen (mehr als 65) gut qualifizierten Berufsgruppen, u.a. Wollhändler, Goldschmiede und Kupferschmiede.

Im Jahre 1190 entsteht die erste „Societas universitaria“ mit Geistlichen als Lehrern. Arezzo wird von Roffredo di Benevento, einem berühmten Anwalt seiner Zeit, als „vornehme und höfliche Stadt“ empfohlen, als die dritte Universitätsstadt weltweit nach Paris und Bologna.

Im Jahre 1200 übernehmen die sogenannten „gräflichen Bischöfe“, die dem Schwert den Vorzug vor dem Bischofsstab gaben, die Führung der Stadt und erweitern immer mehr ihr Territorium. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit den benachbarten Städten: 1258 wird Cortona erobert, 1287 bei Pieve del Toppo Siena geschlagen, das zusammen mit Florenz die Stadt belagert hatte.

1289 kommt es auf der Ebene von Campaldino zu der berühmten Schlacht zwischen den aretinischen Ghibellinen unter der Führung des Bischofs Guglielmino Ubertini und den florentinischen Guelfen, in deren Reihen auch Dante stand, der in der „Göttlichen Komödie“ darüber berichtet. Arezzo wurde geschlagen.

Nach der Niederlage von Campaldino kam es in der Stadt zu Streitigkeiten zwischen den mächtigsten Familien, die dann im Jahre 1307 zur Bildung der parteiähnlichen Gruppierungen der „Verdi“ und der „Secchi“ führten.

Guido Tarlati von den „Secchi“ wurde 1312 zum Stadtherrn auf Lebenszeit (Signore a vita) gewählt. Er ließ die Stadt erneut mit einer Mauer umgeben, führte die Stadt zu neuem Glanz und eroberte zahlreiche Burgen.

Die inneren Spannungen in der Stadt dauerten jedoch an. Im Jahre 1337 wurde Arezzo zum ersten Mal an Florenz verkauft und war daraufhin immer wieder Beute verschiedener Landsknechtscharen: 1354 von den Söldnern Fra Moriales, 1368 von den Soldaten Giovanni Acutos und 1381 von dem Heer von Alberico da Barbiano. Schließlich wurde die Stadt für vierzigtausend Goldflorinen von Enguerrand de Coucy erneut an Florenz verkauft und verlor endgültig ihre Autonomie.

Im Laufe des Jahres 1500 ging die Stadt in den Besitz der Medici über, welche eine noch heute sichtbare neue Stadtmauer anlegen und viele prächtige Renaissancepalazzi errichten ließen.

In der Folgezeit wurde unter der Herrschaft von Lorena von Habsburg (in Verbindung mit Großherzog Pietro Leopoldo) Land urbar gemacht und Verbindungsstraßen angelegt.

Auf diese Weise erlangte Arezzo im Laufe des 18. Jahrhunderts eine gewisse lokale Bedeutung und blieb eine ruhige Stadt.

Von historischer Bedeutung ist der Aufstand gegen die Franzosen im Jahre 1796, die von der nur leicht bewaffneten Bevölkerung mit dem Ruf „Viva Maria“ aus der Stadt vertrieben wurden.

Im weiteren Verlauf ist das Schicksal von Arezzo bis zum Anschluß an das Königreich Viktor Emanuels II. eng mit demjenigen des Großherzogtums Toskana verbunden.

Anfiteatro romano

Anfiteatro romano

Il Duomo di Arezzo

Il Duomo di Arezzo

La Fiera dell'antiquariato

La Fiera dell'antiquariato

La Pieve

La Pieve

Il monumento al Petrarca

Il monumento al Petrarca

L'orologio astronomico del Palazzo di Fraternita

L'orologio astronomico del Palazzo di Fraternita

Il palazzo comunale e la torre del comune

Il palazzo comunale e la torre del comune

Piazza Grande

Piazza Grande

Piazza Guido Monaco

Piazza Guido Monaco

Piazza Grande

Piazza Grande